Wölfe


Nicht jeder freut sich über die wieder eingewanderten Neubürger. Aber sie gehören nun mal in genau unsere Region - 1958 wurde nur wenige km entfernt der letzte Wolf in Wardböhmen erschossen. Es war also keineswegs so, dass es dem Wolf hier nicht mehr gefiel und er freiwillig ausgewandert wäre.

Mit Öffnung der Zonengrenze wurde sein Wieder-Einwandern technisch möglich und schließlich wurde mit der Osterweiterung der EU die rechtliche Situation geregelt. Der Wolf ist ein Wildtier, jedoch unterliegt er in Niedersachsen nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht. Wölfe gehören durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Übereinkommen zu den am strengsten geschützten Arten. Es gibt jedoch einen Grundsatz:

die Sicherheit des Menschen geht vor!
Dass unsere hiesigen Wölfe keineswegs riesig, grau und bedrohlich wirken, zeigt ein kleines Video eines einzelnen Rüden. Dieser mühelose lockere Trab ermöglicht es dem Wolf, in einer einzelnen Nacht durchaus mal 100 km zu laufen. Nicht immer ist also ein Rudel dort ansässig, wo ein Wolf gesichtet wird.

 


Der Truppenübungsplatz bietet eine große Auswahl an Beutetieren. Darunter sind kleine Tiere wie Hasen oder Vögel, die ein einzelner Wolf für sich selbst reißen kann. Lohnender ist ein Reh, und dies stellt auch den größten Teil der Beutetiere. Hinzu kommen Hirschkälber und Jungtiere der Wildschweine.

 

Vor einigen Jahren tauchten erste Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Bergen auf. Obwohl sie Geschwister sind, leben sie als Paar und ziehen alljährlich 4-6 Junge auf. Dies blieb nicht das einzige Rudel am Dorf: im Ostenholzer Moor lebt eines, das z.B. am Breliendamm und auf dem Gelände rund um den Hüttensee herumstreift und im Waller Holz hat sich ein weiteres Rudel eingerichtet.


Die Meißendorfer Schafhalten haben Schafe an den Wolf verloren, sowohl 2013 in der Nähe des Käsehofes als 2017 in Brunsiek.


Nutztierhalter werden bei solchen Verlusten nach festen Regeln entschädigt. Diese richten sich jedoch nach Schlachtwert (auch bei einem wertvolleren Tier) und nehmen zudem keinerlei Rücksicht auf Liebhabertiere - und speziell bei den Schafen ist das oft die Situation. Die meisten Tierhalter haben ihre Tiere lieb und nehmen ihre Verantwortung ernst, für Leib und Leben ihrer Tiere zu sorgen.

 

Speziell Schafhalter müssen nun bezüglich Stallhaltung, Zaunbau etc. alles ändern; die Landschaftspflege durch Schafe mit mobilen E-Pferchen entfällt völlig - und somit eine landschaftspflegerische Tätigkeit, die Einnahme daraus und der Aspekt artgerechter Tierhaltung.

Herdenschutzhunde sind keine Lösung: das sind keine Kuscheltiere und neben Aufwand und Kosten wird mobile Einpferchung mit ihnen auch nicht wieder möglich. Eigentlich aber erlaubt unser Tierschutzgesetz auch gar nicht, dass Hunde hinter E-Zaun gehalten werden.

Die Älteren unter uns sind mit großer Abneigung gegen den Wolf aufgewachsen. Das hat gute Gründe, denn er war Nahrungskonkurrent in harten Zeiten. Die Generation der jetzt Berufstätigen - zumeist Stadtbewohner - hatte überhaupt keinen Kontakt zum Thema Wolf und neigt aktuell zu unangemessen romantischer Sichtweise. 

 

Inzwischen (2018) ist klar geworden, dass die Voraussagen von Wolfsbüro und NABU nicht eingetroffen sind, denn anders als erwartet: 

a) der Wolf ist nicht scheu und geht dem Menschen nicht aus dem Wege - und darum meidet er auch keine Ortschaften

b) die Rudel suchen sich keineswegs große Reviere, die weit auseinander liegen, sodass keine besonderes "Wolfsdichte" zu erwarten ist

c) die Wolfsrudel ziehen fast alle Jungen lebend auf, sodass sie sich rasant vermehren (ca. 30% pro Zuwachs pro Jahr beim Wolfsbestand in Niedersachsen).

Dadurch sind Probleme entstanden, auf die die selbsternannten Fachleute nicht vorbereitet sind. Nun ist das Thema ein Politikum, was vermeidbar gewesen wäre - die Bevölkerung fühlt sich nicht ernst genommen und die Akzeptanz der Wölfe ist rapide eingebrochen.

 

Doch die Gesetzeslage schützt aktuell den Wolf vor jeglicher Nachstellung; auch das Vergrämen durch Prügel (wie sonst?) von Privatleuten ist nicht legal.

 

Wenn die eigenen Kinder innerorts (Bannetze) von einem Wolf angeknurrt werden, ist eine Grenze erreicht.

http://www.cellesche-zeitung.de/S5356788/Nach-Vorfall-in-Bannetze-Wie-weit-geht-der-Wolf-noch

Wenn Wölfe am hellichten Tage durch das Dorf laufen, muss man aktiv werden dürfen.

https://www.youtube.com/watch?v=5ZWvIRhC3_I

 

In den Ortschaften Winsens hat sich eine Bürgerinitiative gegründet "für wolfsfreie Dörfer", die in erster Linie politisch arbeitet. Ziel ist u.a., die andere Einstufung des Wolfes in der Artenschutzrichtlinie und eine andere Zählung der Gesamtpopulation, denn der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht und der stringente Schutz ist gar nicht erforderlich.

http://www.wolfszone.de/000main/texte/wolfsfreie%20doerfer.html

Bürgeraufklärung, z.B. durch Infoabende oder Infostände wie beim verkaufsoffenen Sonntag in Winsen oder an der Landstraße bei Bannetze sind eine der wichtigen Aufgaben für alle Mitglieder der BI.

https://www.rundblick-niedersachsen.de/wie-gefaehrlich-ist-der-wolf-beim-buergerdialog-winsen-gehen-die-emotionen-hoch/

 

Mehr zum Thema Wölfe in Niedersachsen beim Wildtiermanagement mit der Liste der Nutztierrisse. Hier wird auch wissenschaftlich fundiert das Tier vorgestellt und nachweislich dokumentiert, wenn Nutztiere gerissen werden, wenn auch die Bearbeitung immer recht lange dauert.

Wer einen (vermutlichen) Wolf sieht, sollte das als Beobachtung melden:

https://www.wolfsmonitoring.com/fileadmin/dateien/wildtiermanagement.de/Downloads/Sichtung.pdf.

Die BI fordert, dass es in jedem Dorf einen Ansprechpartner dafür gibt, um die Hemmschwelle für Meldungen zu senken. In Meißendorf ist dies Holger Beckmann 0152-033 79 120

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erstellt von Ulrike Gieseke für Meißendorf