Siedlungsgeschichte
Der Naturraum um Meißendorf - hügelig wellige Geestlandschaft mit 40 bis 150 m üNN - wurde maßgeblich durch die letzte Inlandvereisung (Saale-Eiszeit) geprägt, speziell Hoher Sander (nördl. der Hartmannshäuser Straße), Falkenberg-Endmoräne (südl. der Hartmannshäuser Straße in Richtung Walle), Ostenholzer Moor (Gut Sunder, Hüttenseepark, südl. Ortslage bis Winsener Straße).
Wie der Name "Meißendorf" schon vermuten lässt, ist die Entwicklung des Ortes ohne den kleinen Fluss nicht denkbar. Zuerst siedelten einige Höfe entlang der Meiße und hatten dadurch eine gesicherte Wasserversorgung. Die Ursprünge von Meißendorf bleiben leider unklar, weil aus dem Mittelalter wenig überliefert ist. Nach der Ortsnamenkunde stellt die Gründung der Orte mit der Endung -hausen und -dorf die Fortsetzung der -heim und -leben Siedlungen dar. Entsprechend dieser Eingliederung ist die Entstehung von Meißendorf vermutlich in die Zeit um 800 nach Christus zu legen. Dabei gehen wir aber durchaus von älteren, hier bestehenden Einzelhofsiedlungen aus.
Eine leider undatierte, wohl aber älteste Skizze zeigt den frühen Gebäudebestand von Meißendorf und Umgebung. Die dargestellten Höfe dürften die Voll- und Halbhöfe der ersten mittelalterlichen Besiedlung wiedergeben. Sie sind noch heute an den ausgedehnten Hofparzellen zu erkennen, die sich zur Meiße ausrichten: Kräugershof (Hohls) in Hartmannshausen, Timmenhof (Schridde bzw. Ehlers), Weenershof (Rode-Lammers, einige Meter versetzt neugebaut weil abgebrannt), Jasperhof (aufgeteilt siehe unten), Theisenhof (Kursawe), Rarkenhof, Beckmannshof (Söhnholz), Henshof (Alps, Bührke), Veihförshof (Hasselmann).
Der Jasperhof wurde um 1300 ausgesiedelt und begründete das Gut Sunder (von sonder, abgesondert). Die Lehnsempfänger waren die Adeligen von der Metze.
Um die Bedingungen für die Viehhaltung zu verbessern, wurde frühzeitig eine Wiesenbewässerung angelegt. Die um 1550 nördlich von Gut Sunder vorhandenen "Neuen Wiesen" gehen auf Bewässerungsideen des Jahres 1476 zurück: der Herrengraben wurde bei Gudehausen von der Meiße abgezweigt und brachte Wasser zu den Neuen Wiesen.
Ein ausgeklügeltes System bewässerte die ca. 250 ha so gut, dass diese 190 Parzellen als Weideland bzw. Heuwiese weit begehrt waren; so unterhielten auch Landwirte aus Offen und Bergen hier Flächen zur Heumahd.
Das Landschaftsbild änderte sich mit der im 19. Jhdt. einsetzenden Aufforstung von Heideflächen mit Nadelwald. Weiterhin wurde ab 1860 im Ostenholzer bzw. Bannetzer Moor vermehrt Ackerland durch die Moorbrandkultur kultiviert. Dies ermöglichte bessere Lebensbedingungen und einen entsprechenden Anstieg der Bevölkerung, begünstigt auch durch die neu befestigte Straße nach Winsen. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der Wasserlandschaft um den Hüttensee bzw. um das Gut Sunder.
Quelle: Dorferneuerung Meißendorf 1997/98
Etwas mehr zur Meiße weiß auch wikipedia, zur Karte ihres Quellgebietes geht es hier.
![]() | so idyllisch ging es einst in Meißendorf zu |
![]() | Eine Postkarte aus dem Jahre 1920 |
![]() | von 1905, liebevoll handcoloriert |
![]() | Meißendorf und Gut Sunder, ca. 1914 |
![]() | Der Meißeblick |
![]() | wasserreiches Meißendorf |





